Analog. Dialog. Papier.

Die globale und europäische Papierwirtschaft ist so innovativ und umweltfreundlich wie nie zuvor. Es kribbelt und krabbelt im Papierbusiness – inmitten der Digitalisierung. Wir haben recherchiert und gestaunt.

Inhaltsverzeichnis


- Umwelt und Soziales in der Papierindustrie
- Globaler und europäischer Papiermarkt
- Was ist eigentlich umweltfreundliches Papier?
- Papier und Digital: Faktencheck Umwelt
- Labels und Zertifikate der Druckindustrie
- Nachhaltige Druckdienstleister, Beispiele
- Marketing: Papier versus Digital

MediaMundo

Die Digitalisierung hat viele Bereichen des Alltags und der Arbeitswelt grundlegend verändert. Mit dem Internet kamen neue Empfangsgeräte (Devices) wie Smartphones. Mit ihnen zahllose Apps und Applikationen. Die Optionen bei der Organisation und der Beschaffung von Informationen sind exponentiell gestiegen. Damit auch die Aufwände für die Administration der digitalen Peripherien (Vernetzung, Aktualisierung, Software- und Optionssuche etc.). So schnell wie neue Technologien kamen, änderte sich auch das Konsumverhalten – in nur zehn Jahren: Das erste Smartphone (iPhone 2G, EDGE) wurde erstmals am 9. Januar 2007 von Steve Jobs vorgestellt. Die flächendeckende Nutzung begann etwa 2010.
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Scrollen, swipen und pinchen, statt blättern und begreifen?


In dieser digitalen Atmosphäre keimte ein diffuses Gefühl auf, etwa, dass Papier als Informations- Werbe- und Kommunikationsmittel ein Auslaufmodell sei, quasi ein antiquiertes Relikt vergangener Jahrhunderte – im Grunde chancenlos gegenüber digitalen Alternativen. Zudem weniger umweltfreundlich.

Tatsächlich ist die globale und europäische Papierindustrie bärenstark: Faktisch – nicht gefühlt! Es kribbelt und krabbelt auch in der Deutschen Papierindustrie. Es gab Konsolidierungen und diverse Fusionen. Leichte Preiserhöhungen und Insolvenzen kleinerer Player, aber auch der zuweilen euphorisch erwartete, jedoch nicht erfüllte Vorteil digitaler Medien im Marketing, verstärkten den Mythos einer Krise der Papier- oder Druckindustrie, die es tatsächlich gar nicht gibt.

Papiermühlen und -großhändler waren noch nie so innovativ wie heute. Papierhersteller und Weiterverarbeiter wie Druckereien produzieren so umweltbewusst und sozialverträglich wie nie zuvor in ihrer Geschichte. So zählt auch Eindruck, dass die Produktion, Verarbeitung und die Verbreitung von Papier die Umwelt stärker belasten als digitale Alternativen, zu den
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Mythen, die einem Faktencheck nicht standhalten.


Das Medium Papier ist für die Verbreitung von Informationen wie Nachrichten, aber auch als Träger von Werbebotschaften und als Kommunikationsmittel genauso elementar und nachgefragt, wie moderne Devices, z. B. Smartphones, Tablets, Desktops, etc., für den Empfang digitaler Botschaften.

Fakt ist auch, dass Papier als Medium häufig die besten Wirkungsergebnisse in vielen Marketing-Szenarien liefert und/oder State of the art ist – nicht selten sogar alternativlos, denken wir nur an den Verpackungs- und Versandbereich, an das Schrifterfordernis, an Hygieneartikel und so weiter.

Die Perspektiven der Papierindustrie sind ausgezeichnet. Dieses Selbstbewusstsein und die Souveränität zeigen sich auch in der Druckindustrie. Viele Unternehmen haben sich modernisiert, teils stark spezialisiert. Die flexible Herstellung teils hoch individueller Verpackungen und Druckwerke, neue, raffinierte Veredelungstechnologien auch dank Digitaldruck, ermöglichen mittlerweile sehr komplexe Individualisierungen und Personalisierungen. Derart funktional, raffiniert veredelt, nachhaltig, speziell und wirkungsvoll war Print nie zuvor in seiner Geschichte. Print ist, anders als Digitale Medien, dreidimensional, multisensorisch und nicht durch die Displaygrößen digitaler Empfangsgeräte beschränkt.

Wenn wir Mythen über Papier durch Fakten ersetzen und diffuse Headlines wie Digitales Marketing durch weitere Segmentierung differenzieren, erhalten wir ein konkreteres Bild über die Papier- und Druckindustrie.
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