Labels und Zertifikate

Rund um die Druck- und Kommunikationsindustrie ranken sich diverse Labels und Zertifikate. Teilweise ist es sehr schwer, den Überblick zu behalten und zu entscheiden, welches der Zertifikate notwendig und sinnvoll ist. Speziell für PrinByer und Auftraggeber ist es sehr schwierig eine Entscheidung zu treffen, welche der Zertifikate als Mindestanforderung eingestuft werden und welche als "Nice to have".

Papierzertifikate


Recycling Blauer Engel
FSC
PEFC
Nordic Swan
EU-Umweltzeichen

Sonstige Zertifikate


ClimatePartner-Druckprozess
EMAS (Eco- Management and Audit Scheme)
ISO 9001
ISO 14001
ISO 12647 (PSO)

Emissionsminderungszertifikate


Häufig gestellte Fragen zu Klimaschutzprojekten



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Anhand der Gegenüberstellung einiger Zertifikate (Quelle: IPR, http://www.papiernetz.de) kann man sich einen guten Überblick verschaffen.
Zugehörige Datei als PDF-Download: Umweltzeichenuebersicht.pdf [PDF 1.101 KB]





Papierzertifikate


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Recycling Blauer Engel
Der Blaue Engel ist das deutsche Umweltzeichen, das der RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. vergibt. In seiner über 30-jährigen Geschichte hat sich der Blaue Engel zum bekanntesten Umweltzeichen der Welt entwickelt. Der Blaue Engel kennzeichnet solche Produkte, die im Vergleich mit anderen Produkten für den gleichen Gebrauchszweck nach bestimmten Richtlinien besonders umweltfreundlich und zusätzlich sicher und gebrauchstauglich sind. Nach den Vergaberichtlinien für den Blauen Engel müssen grafische Recyclingpapiere (RAL-UZ 14) zu 100% aus Altpapier bestehen, wobei mindestens 65% davon aus so genannten unteren und mittleren Altpapiersorten (Zeitschriften, Illustrierte etc.) stammen müssen. Der Blaue Engel für Papier mit seinen besonders hohen Anforderungskriterien gilt als das strengste Umweltzeichen weltweit. Die Papiere mit diesem Umweltzeichen müssen ohne Bleichmittel und optische Aufheller hergestellt sein sowie die technischen Anforderungen von DIN-Normen erfüllen, sofern entsprechende Normen vorliegen. Dieses Zertifikat wird gemäß seiner Gültigkeit regelmäßig erneuert.
Infos: http://www.papiernetz.de

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FSC
Der Forest Stewardship Council (FSC) oder Waldbewirtschaftungsrat wurde 1993 von Umweltorganisationen, Vertretern einheimischer Volksgruppen und Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft als weltweite, unabhängige und gemeinnützige Organisation gegründet. Der FSC ist eine Mitgliederorganisation, die allen natürlichen und juristischen Personen offen steht.
Ziel der Zertifizierung nach FSC
Mit dem Zertifizierungsverfahren soll eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder erreicht sowie die Möglichkeiten zur Vermarktung von ökologisch und sozial korrekt produziertem Holz und Papier verbessert werden. Für Forstbetriebe soll zusätzlich ein Beitrag zur kontinuierlichen Leistungsverbesserung des Betriebes erzielt werden.
Der FSC stellt international gültige Prinzipien und Kriterien für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragbare Waldbewirtschaftung auf. Diese werden in jedem Land – mit Rücksicht auf die nationalen Gegebenheiten – entsprechend angepasst. Die FSC Zertifizierung in der Schweiz stützt sich deshalb primär auf die «Nationalen Standards für die Waldzertifizierung in der Schweiz» und wird auf Forstbetriebsebene umgesetzt. Durch die separate Warenkette gelangen das zertifizierte Holz und Papier über die nach FSC zertifizierten holz- und papierverarbeitenden Firmen bis zum Endkunden. Dieser hat dadurch die Möglichkeit nachweisbar umwelt- und sozialverträglich produziertes Holz bzw. Papier zu kaufen.
Fortschrittliche holz- und papierverarbeitende Firmen– verfügen über ein Verarbeitungs- und Lagerungssystem, welches die Herkunft eines Rohproduktes aus FSC-zertifizierter Quelle (Wald oder vorgelagerte Verarbeitungsstufe) einwandfrei belegen kann.
Verarbeitungsbetriebe und Handel: COC-Zertifikat
Firmen, die sich in der Produktkette vom Wald zum Verbraucher befinden - also Verarbeitungsbetriebe und der Handel - können sich nach den FSC-Produktkettenregeln, der Chain of Custody, zertifizieren lassen und erhalten ein COC-Zertifikat. Mit diesem COC-Zertifikat weisen sie nach, dass FSC-Holz nicht unzulässig mit nicht zertifiziertem Holz vermischt wird und erlangen die Autorisierung, Produkte mit dem FSC-Siegel kennzeichnen zu können. Druckereien sind verarbeitende Betriebe und müssen über ein FSC-Zertifikat verfügen, sofern sie auf dem Markt mit dem FSC-Logo auftreten wollen.
Vier Kennzeichen sind für die FSC-Zertifizierung wesentlich: weltweite Gültigkeit, Transparenz, betrieblicher Ansatz und Partizipation, d.h. die Mitwirkung aller gesellschaftlichen Gruppen, die ein Interesse am Wald haben.
Der FSC wird vom WWF, vom internationalen Zusammenschluss von Umweltorganisationen "Friends of the Earth", von Greenpeace dem Woodland Trust und dem Fachverband Medienproduktioner e.V. empfohlen.

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PEFC
"Betriebe, die nach PEFC zertifiziert sind, zeigen Engagement für die Umwelt und ihre Verantwortung im Umgang mit dem unverzichtbaren Roh- und Werkstoff Holz. PEFC ist ganzheitliche Nachhaltigkeit: ein integratives Konzept, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verbindet. Und PEFC ist der Garant für eine kontrollierte Verarbeitungskette – unabhängig überwacht, lückenlos nachvollziehbar und nachhaltig. Von unseren zertifizierten Wäldern über Holz verarbeitende Betriebe bis zum Endprodukt im Regal.", so die Aussage des PEFC

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Nordic Swan
Das skandinavische Umweltlabel bewertet lückenlos den gesamten Herstellungsprozess. Dazu gehören neben dem Energie- und Wasserverbrauch auch der Schadstoffausstoß. Es werden Produkte gefördert, die die Umwelt so wenig wie möglich belasten und Nachhaltigkeit garantieren. Außerdem unterstützt der Nordic Swan wichtige Innovationen, die zum Umweltschutz beitragen.

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EU Umweltzeichen
In Bezug auf Papier liegen die Schwerpunkte des EU-Umweltzeichens auf der Begrenzung von Emissionen (Abwasser, Luft) und Energieverbrauch bei der Herstellung, sowie beim Umwelt- und Gesundheitsschutz durch den restriktiven Einsatz von Chemikalien und Hilfsstoffen. Die „EU-Flower“ enthält damit umfangreiche Kriterien für den Herstellungsprozess. Um es zu erhalten, müssen Hersteller strenge Richtlinien über den gesamten Produktionsprozess hinweg erfüllen. Die verwendeten Holzfasern müssen bspw. Aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen, davon 10 % aus PEFC- oder FSC-zertifizierten Wäldern. Während also FSC und PEFC Forstzertifikate sind, die sicherstellen, dass das verwendete Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, erstreckt sich das Europäische Umweltzeichen auf den gesamten Lebenszyklus eines Papiers.

sonstige Zertifikate


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ClimatePartner-Druckprozess
Ausgehend vom Konzept der Klimaneutralität, also dem Ausgleich von unvermeidbaren CO2-Emissionen durch Einsparung an anderer Stelle, können auch Drucksachen klimaneutral hergestellt und entsprechend gekennzeichnet sowie vermarktet werden.
Erstellung einer detaillierten Emissionsbilanz
Als Grundlage für die Klimaneutralität wird eine detaillierte Emissionsbilanz der jeweiligen Drucksache erstellt. Neben der Berücksichtigung der herstellungsseitigen CO2-Emissionen (durch Energie, Logistik, Farben, Aluplatten, Reinigungsmittel, Arbeitszeit etc.) fliessen die individuellen Parameter des jeweiligen Druckerzeugnisses (Auflage, Umfang, Farbigkeit, Papierart und-hersteller, Transport etc.) in die Gesamtberechnung ein. Grundlage hierfür ist der ClimatePartner Druckprozess, auf dessen Basis die relevanten Daten der Druckerei und des Druckerzeugnisses erfasst werden.
Die Berechnung der CO2-Emissionen einer Drucksache erfolgt durch die Druckerei mit einem speziell programmierten Klimarechner innerhalb von weniger als zwei Minuten.
Zuverlässiger Ausgleich der Emissionen
Auf Basis der Emissionsbilanz werden die CO2-Emissionen durch Investition (Ankauf und Stilllegung von Emissionszertifikaten) in anerkannte, hochwertige und zusätzliche Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Für den Emissionsausgleich stehen verschiedene Klimaschutzprojekte mit unterschiedlichen Zertifizierungsstandards zur Verfügung.
Kennzeichnung der Drucksachen
Klimaneutrale Drucksachen können entsprechend gekennzeichnet werden, hierfür bestehen verschiedene Optionen von der einfachen Tagline (Klimaneutral gedruckt bei...) bis hin zum Abdruck der Emissionsbilanz und Beschreibung des Klimaschutzprojektes, mit dem der Ausgleich erfolgt. Zusätzlich kann pro Druckerzeugnis eine Urkunde und eine Kennzeichnungsnummer bereitgestellt werden, die eine Plausibilitätskontrolle über die ClimatePartner-Webseite ermöglicht.
Nachhaltigkeit durch Prozessansatz
Durch den ClimatePartner Prozessansatz und eine detaillierte Studie erhält die Druckerei eine hohe Transparenz der CO2-Emissionen im Betrieb und bei der Herstellung. Auf dieser Basis können Emissionen bereits im Ansatz reduziert und langfristig vermieden werden. Komplettpaket zur einfachen Einführung und Umsetzung ClimatePartner bietet Druckereien den kompletten Prozess als Komplettpaket. Von der Ermittlung bis zum Ausgleich der CO2-Emissionen, den schnellen Berechnungen pro Drucksache bis hin zu einem umfassenden Marketingpaket für die Kommunikation.

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EMAS (Eco- Management and Audit Scheme),
auch bekannt als EU-Öko-Audit. EMAS wurde von der Europäischen Union entwickelt und ist ein Gemeinschaftssystem aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung für Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Die EMAS-Verordnung misst der Eigenverantwortung der Wirtschaft bei der Bewältigung ihrer direkten und indirekten Umweltauswirkungen eine entscheidende Rolle zu. An EMAS teilnehmende Organisationen haben eine Umwelterklärung zu veröffentlichen, in der sie u. a. über ihre Auswirkungen auf die Umwelt (direkt oder indirekt), ihre Umweltleistung und ihre Umweltziele berichten. Die Umwelterklärung wird von einem unabhängigen Umweltgutachter, der einer staatlichen Überwachung unterliegt, auf ihre Richtigkeit hin überprüft und ist jährlich zu aktualisieren. Organisationen, die die Überprüfung durch den Umweltgutachter erfolgreich durchlaufen, können sich in das EMAS-Register eintragen lassen (in Deutschland wird dies bei den zuständigen Industrie- und Handelskammern geführt) und dürfen das EMAS-Logo für ihren betrieblichen Umweltschutz führen.
Zur Verbesserung der Verbindung an die Industrienorm ISO 14001 wurden die dort genannten Voraussetzungen an das Umweltmanagement Bestandteil von EMAS. Pflichtaudittage wie bei ISO-Zertifizierungen gibt es bei EMAS nicht. Die jüngste Richtlinie der EU zu öffentlichen Vergaben gibt eindeutig Unternehmen mit EMAS den Vorzug.
Eine weitere Spezialisierung ist das Nachhaltigkeitsmanagement-Konzept EMASplus. Es folgt in Aufbau und Ablauf den EMAS-Standards. EMASplus beinhaltet darüber hinaus einen Verbesserungszyklus, der neben “Umwelt” auch die Themen „Ökonomie“ und „Soziales“ einbezieht, über den Nachhaltigkeitsbericht eine transparente Information der Öffentlichkeit gewährleistet und durch unabhängige Gutachter validiert werden kann.

ISO 9001
Die Verbesserung von Arbeitsabläufen in Organisationen erhöht die Wirtschaftlichkeit. Werden diese Verbesserungen systematisch und kontinuierlich realisiert, so spricht man von einem Qualitätsmanagementsystem (QMS). Das Qualitätsmanagement fördert die Verbesserung der inner- und ausserbetrieblichen Kommunikation, sichert professionelle Lösungsstrategien, ermöglicht die Erhaltung oder Steigerung der Zufriedenheit von Kunden oder Klienten und stärkt die Motivation der Belegschaft.
Ein Qualitätsmanagement bringt Vorteile
  • Die Standardisierung der Handlungs- und Arbeitsprozesse
  • Die gesicherte Einhaltung von Normen für Produkte oder Leistungen
  • Eine im Alltag hilfreiche und gut nutzbare Dokumentationen
  • Sicherstellung der berufliche Weiterbildung
  • Optimierung der Ausstattung und Gestaltung von Arbeitsplätzen
  • Kundenerwartungen sind bekannt und können erfüllt werden
Ein Qualitätsmanagement stellt sicher, dass die Qualitätsbelange in der Unternehmensführung den ihnen gebührenden Platz einnehmen. Qualität bezieht sich dabei sowohl auf die vermarkteten Produkte und Dienstleistungen, als auch auf die internen Prozesse des Unternehmens. Ein QMS hat das Ziel, dass alle Produkte und Dienstleistungen den internen und externen Anforderungen genügen. Diese Anforderungen können explizit definiert sein, sie können aber auch implizit vorausgesetzt werden (Erwartungen).
Viele Qualitätsmanagementmodelle unternehmen den Versuch, die Managementprozesse eines Unternehmens objektiv bewertbar zu machen. Dabei sind zwei grundlegend verschiedene Ansätze vorhanden:
a) Zertifizierbare Normen mit definierten Mindestanforderungen an ein wirksames Qualitätsmanagementsystem, z.B. die ISO 9001:2000, deren Einhaltung durch Audits externer Kontrollstellen bewertet wird.
b) Selbstbewertung des eigenen QM-Systems und Benchmarking zwischen Wettbewerbern um einen Qualitätspreis. Als Qualitätspreise bekannt sind bei uns der EFQM Excellence Award (EFQM- European Foundation for Quality Management) oder der Esprix, der Schweizer Preis für Business Excellence.
Die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2000 bietet eine gute Basis für ein effektives Qualitätsmanagementsystem. Wichtig ist, dass das Unternehmen für sich die Prozesse definiert und die Anforderungen formuliert. Erfolgreiche QMS zeigen sich in Ihrer Wirkung im Alltag und nicht im Umfang der vorhandenen Handbücher.

ISO 14001
Das Umweltmanagementsystem (UMS) ist der Teil des Managements, der in den nächsten Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Als oberstes Ziel des Umweltmanagements steht die langfristige Umweltverträglichkeit. Prozesse, welche die Umwelt belasten, werden ermittelt, Massnahmen zur Reduktion der Umweltbelastung beschlossen und Schritt für Schritt umgesetzt. So kann sich die Umweltleistung in jedem Unternehmen verbessern.
Der Schwerpunkt eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 beruht, wie beim Qualitätsmanagement nach ISO 9000, auf der kontinuierlichen Verbesserung. Dies entsprechend der Methode „Planen – Ausführen – Kontrollieren – Optimieren“ (Plan-Do-Check-Act, nach Deming).
Das Unternehmen bestimmt das Vorgehen
Die Norm ISO 14001 gilt für unterschiedliche Branchen und Betriebsgrössen. Deshalb stellt die Norm keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung. Zwingend ist die Einhaltung aller Verpflichtungen, die sich das Unternehmen selbst in seiner Umweltpolitik auferlegt hat. Die 14001-Norm fordert eine Umweltpolitik, welche die Einhaltung der geltenden rechtlichen Verpflichtungen und anderer Anforderungen beinhaltet. So werden diese Vorgaben zwingend.
Ein Umweltmanagementsystem kann frei (und somit nicht zertifizierbar) oder entsprechend der Umweltmanagementnorm ISO 14001 realisiert werden. In der europäischen Union gibt es zudem die Möglichkeit ein UMS der EMAS-Verordnung entsprechend aufzubauen. Empfehlungen für das Umweltmanagementsystem sind in der als Leitfaden konzipierten Norm ISO 14004 festgehalten. Die beiden Normen ISO 14001 und 14004 sind im November 2004 in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht worden.
Da die Umweltmanagementnorm ISO 14001:2004 ähnlich strukturiert ist wie die ISO 9001:2000 (Qualitätsmanagement) kann ein vorhandenes Qualitätsmanagementsystem gut mit den Aspekten eines Umweltmanagements ergänzt werden.
Das Umweltmanagement setzt veränderte Denk- und Verhaltensweisen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Deshalb kommt der Schulung im Umweltmanagement eine besondere Bedeutung zu. Firmen mit Umweltmanagement haben motivierte Mitarbeitende, denn diese merken, dass das Unternehmen auf die Zukunft ausgerichtet ist.
Das Umweltmanagementsystem wird von verschiedenen Anspruchsgruppen geschätzt. Einerseits von all den Kunden, welche umweltverantwortliche Unternehmen bevorzugen. Aber auch die Anwohner eines Unternehmens, denn sie wissen, dass das Unternehmen seine Prozesse beherrscht. Dank des geringeren Risikos bevorzugen auch Banken und Versicherungen Unternehmen mit einem Umweltmanagementsystem.

ISO 12647 (PSO)
Die Standardisierung der Druckprozesse nach ISO 12647, die Konzepte und Arbeitsmittel, dienen im Wesentlichen dem Zweck der korrekten, verfahrensoptimierten Farbkommunikation vom Entwurf bis zum Endprodukt. Dazu sind viele Teilprozesse notwendig, die von Kunden, Dienstleistern und Druckereien sachgerecht durchgeführt und begleitet werden müssen. Beispiele sind die Bewertung und Auswahl der Materialien (Papier, Druckfarbe), das korrekte Farbmanagement und die Datenerzeugung in den Applikationen (ICC-Profile, PDF/X), die Anfertigung farbverbindlicher und messtechnisch kontrollierbarer Prüfdrucke und deren Bewertung unter Normlicht, die Druckformherstellung und der Auflagendruck nach akzeptierten Richtlinien. Die internationale Normserie ISO 12647 und die daraus entwickelten Werkzeuge und Anwendungen ermöglichen für alle Teilprozesse praxiserprobte und sichere Lösungen. Bei konsequenter Anwendung dieser Mittel ziehen alle Beteiligten, Kunden, Vorstufen-Dienstleister und Druckereien, den grösstmöglichen Nutzen: ein vorhersehbares und reproduzierbares Farbergebnis.
Internationale Zusammenarbeit
An der Entwicklung internationaler Normen im „ISO TC 130 Graphic Technology“ und deren Umsetzung in praktische Konzepte, Anwendungsrichtlinien, Prüfmittel und Kontrollelemente sind nationale und internationale Anwenderverbände sowie Hersteller von Systemen und Materialien aus Europa, Asien, Nord- und Südamerika seit vielen Jahren beteiligt. Regional begrenzte Lösungen werden im Zeichen der Globalisierung heute von Druckkunden und Dienstleistern nicht mehr akzeptiert. In Europa unterstützen eine Reihe von Verbänden wie der Bundesverband Druck und Medien (bvdm), das Forschungsinstitut Druck (fogra), der internationale Zeitungsverband Ifra, die European Color Initiative (ECI), die European Rotogravure Association (ERA) und das Schweizer Kompetenzzentrum für Medien- und Druckereitechnologie (ugra) die ISO-Normungsarbeit seit langem umfassend zum Nutzen der Anwender.
PSO ist die Abkürzung von ProzessStandard Offset
Es ist ganz wichtig zu wissen, dass mit PSO kein neuer Standard bezeichnet wird sondern, dass man unter diesem Begriff eine Reihe von Normen zusammen fasst, die dazu dienen, die Drucknorm ISO 12647-2 zu erfüllen.
Vorteil einer Zertifizierung nach ISO 12647 (PSO)
Für die Druckerei bedeutet ein Arbeiten nach Standard eine ziemliche Zeitersparnis, da für jeden Auftrag sofort auf die erarbeiteten Standard-Daten Plattenbelichtung, Farbmenge, Tonwertzunahme, Graubalance angefahren werden kann. Mit dem schnellen Erreichen der Standardwerte geht Hand in Hand auch eine beträchtliche Einsparung an Papier, damit weniger Makulatur (Ressourchen) und jede Auflage kann sicher innerhalb definierter Toleranzen gedruckt werden.

Emissionsminderungszertifikate


Zertifikate-Handel (Emissionsberechnung, Emissionstertifikate)
Das Konzept der Klimaneutralität beruht deshalb auf dem Ausgleich dieser unvermeidbaren CO2-Emissionen durch Einsparungen an anderer Stelle, denn für den Klimaschutz ist es irrelevant, wo die Emissionen entstehen beziehungsweise wo sie vermieden werden. Emissionen lassen sich demnach durch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen an einem anderen Ort neutralisieren. Auf diese Weise können Drucksachen klimaneutral hergestellt und entsprechend gekennzeichnet und vermarktet werden.

Emissionszertifikate
Bisher wichtigste Vereinbarung internationaler Staaten zum Klimaschutz ist das Kyoto-Protokoll. Hierin werden als Instrumente der Emissionsminderung die sogenannten flexiblen Mechanismen Emissionshandel (EH), Clean Development Mechanismen (CDM) und Joint Implementation (JI) benannt.

Dem Emissionshandel liegt als Basis die Idee zugrunde, dass Treibhausgasemissionen ein handelbares Gut darstellen können, wenn der Ausstoß von Schadstoffen nur dann gestattet wird, wenn man über entsprechende Emissionsrechte verfügt. Die Emittenten erhalten diese Rechte durch staatliche Zuteilung, können aber durch Auktionen oder Zukauf weitere Rechte erwerben bzw. überschüssige Emissionen verkaufen.
Bei CDM- und JI-Projekten werden Emissionsminderungen nicht in einem emittierenden Unternehmen, sondern in irgendeiner anderen Anlage entweder in einem Entwicklungsland (CDM) oder in einem anderen Industrieland (JI) vorgenommen. Im Gegensatz zum Emissionshandel wird die CO2-Emssion nicht nur umverteilt, sondern tatsächlich im Rahmen von bestimmten Projekten gemindert. Dafür gibt es Emissionsminderungsgutschriften, die zur Tilgung der Abgabepflicht durch getätigte Emissionen eingesetzt werden. Insgesamt gibt es folgende Emissionszertifikate:
  • EU-Allowance (EUA): von der zuständigen Behörde
  • Emissions Reduction Unit (ERU): Minderungsgutschriften aus JI-Projekten (ab 2008)
  • Certified Emission Reduction (CER): Minderungsgutschriften aus CDM-Projekten

Darüber hinaus gibt es noch die sogenannten „Non-compliance“-Zertifikate, die nicht direkt zur Erfüllung der Abgabepflichten, wohl aber zur Neutralisierung von Treibhausgasemissionen eingesetzt werden können:
  • Verified Emission Reductions (VER): Emissionsminderungen aus nationalen zertifizierten Projekten, wie z.B. kleineren Klimaschutzprojekten, für die der Aufwand der Anerkennung als CER zu hoch ist. (Diese können wie die CER mit dem Gold Standard des WWF* ausgezeichnet werden).
  • Removal Units (RMU): Senkenprojekte, also Maßnahmen, die zur Einbindung von Treibhausgasen führen.
  • Longterm CER/Temporary CER: Zertifikate, die im Gegensatz zu CER verfallen können. Temporary CER verfallen allerdings erst zum Ende der Verpflichtungsperiode, die der laufenden Periode folgt.
* Der Gold Standard, den führende Umweltexperten und Wissenschaftler sowie der WWF als ersten unabhängigen Standard für SDM- und JI-Projekte entwickelt haben, stellt sicher, dass entsprechende Projekte sowohl klima- als auch entwicklungspolitisch relevant sind.

Grundsätzlich ist zwischen neun verschiedenen Arten von Emissionszertifikaten zu unterscheiden:
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Compliance bedeutet auf Deutsch „Erfüllungskontrolle“. Man versteht darunter die Möglichkeit, die Zertifikate zur Erfüllung der aus getätigten Emissionen entstehenden Abgabepflicht nach dem Kyoto-Protokoll an Emissionsrechten einzusetzen. Während EUA vom Staat ausgeteilt werden, stammen ERU und CER als Minderungsgutschriften aus Klimaschutzprojekten.

Die Non-compliance Zertifikate können nicht direkt zur Erfüllung der Abgabepflichten eingesetzt werden.
Relevant an dieser Stelle sind nur VER, denn mit AAUs dürfen nur Staaten handeln, lCER, tCER und Derivate sind als Finanzinstrument für den freiwilligen Klimaschutz ungeeignet. RMU entstehen aus Senkenprojekten, die nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand noch mit zu viel Unsicherheiten verbunden sind.

VER sind Emissionsminderungszertifikate aus zertifizierten Projekten. Hochwertige VERs sind aus ökologischer Sicht mit CERs vergleichbar. Sowohl CERs als auch VERs können bei Erfüllung der hohen Voraussetzungen mit dem Golden Standard des WWF ausgezeichnet werden. Golden Standard VERs entstehen häufig aus kleineren Klimaschutzprojekten, für die der hohe finanzielle Aufwand der Anerkennung als CDM-Projekt wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Jedes Klimaschutzprojekt durchläuft von der Projektidee bis zur Ausstellung von Emissionsminderungszertifikaten diverse Prozessschritte, deren Komplexität
insbesondere davon abhängt, ob es sich um ein Compliance oder Non-Compliance-Projekt handelt.

Die Umsetzung klimaneutraler Aktivitäten geschieht operativ durch den Ankauf und die Löschung bzw. Stilllegung von ökologisch hochwertigen Emissionsminderungszertifikaten aus anerkannten Klimaschutzprojekten.

Beim Ankauf von Emissionsminderungszertifikaten müssen mindestens folgende Unterlagen vorgelegt werden:
  • Kauf- und sonstigen Beschaffungsverträgen zum Nachweis des rechtlichen Eigentums
  • Project Design Documents (PDD) zum Nachweis der Emissionsmengen
  • Verifizierungs- bzw. Zertifizierungsberichte zum Nachweis der tatsächlichen Ausstellung der Emissionsminderungszertifikate
  • Übertragungsdokumente zum Nachweis der wirtschaftlichen Verfügungsmacht und Bestimmung des Zugangsdatums.

Um zu gewährleisten, dass tatsächlich Emissionsminderungszertifikate aus anerkannten Klimaschutzprojekten im ausreichenden Umfang angekauft, stillgelegt bzw. gelöscht werden, bedarf es eines ordnungsgemäßen, geschlossenen Systems, der so genannten Zertifikatebuchhaltung. Aufgrund der Tatsache, dass Emissionsrechte virtuelle bzw. immaterielle Vermögensgegenstände sind, ist eine körperliche Übertragung, Stilllegung bzw. Löschung nicht möglich. Daher müssen die Bestände und Transaktionen in einem sicheren System abgebildet werden, das strengen Anforderungen genügt.
Die Zertifikatebuchhaltung dient nicht nur der ordnungsgemäßen Verwaltung der Emissionsrechte, sondern gewährleistet die lediglich einmalige Verwendung eines jeden Zertifikats als auch die ordnungsgemäße Stilllegung bzw. Löschung, die im Rahmen von Klimaschutzaktivitäten, wie zum Beispiel der Neutralisierung von Treibhausgasemissionen, relevant werden.
Aus diesem Grund wurden im Auftrag von ClimatePartner die Grundsätze ordnungsmäßiger Zertifikatebuchhaltung (CP-GoZB) entwickelt, einem System der doppelten Buchführung, die sich im Wesentlichen an die in Handelsgesetzbuch kodifizierten Grundsätze und allgemein anerkannten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) orientieren. So sollen die CP-GoZB gewährleisten, dass sich ein sachverständiger Dritter innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Transaktionen und somit tatsächlich erfolgten Investitionen in Klimaschutzprojekte verschaffen kann. Die einzelnen Transaktionen müssen sich daher in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.

Sichergestellt wird dies durch die Einhaltung folgender Prinzipien:
  • Klarheit Neben einer unmissverständlichen Kennzeichnung der relevanten Konten müssen eindeutige „Buchungsanweisungen“ bestehen und eingehalten werden.
  • Nachvollziehbarkeit Sämtliche Eingaben in der Zertifikatebuchhaltung müssen auch hinsichtlich Bearbeiter, Erfassungsdatum und Veränderungen nachvollziehbar sein. Aus diesem Grund können nur IT-Systeme verwandt werden, die eine nicht beeinflussbare Protokollierung sämtlicher Eingaben vorsehen.
  • Unveränderbarkeit Die Löschung bzw. Veränderung von erfassten Daten, ohne dass der ursprüngliche Inhalt nicht wieder feststellbar ist, muss durch das System ausgeschlossen sein.
  • Belegprinzip Alle in der Zertifikatebuchhaltung erfassten Transaktionen müssen sich auf Belege zurückführen lassen.
  • Vollständigkeit Alle relevanten Transaktionen sind zu erfassen. Daher sind sämtliche relevanten Transaktionen offen zu legen.
  • Wahrheit Die Erfassung von fiktiven Transaktionen ist ausgeschlossen.
  • Richtigkeit Durch interne Kontrollen ist zu gewährleisten, dass die Transaktionen in jeweils richtiger Höhe auf dem jeweils richtigen Konto erfasst werden.
  • Identität Die Anfangsbestände der Zertifikatebuchhaltung zu Jahresbeginn müssen mit den Schlussbeständen des Vorjahres übereinstimmen.
  • Stetigkeit Die einmal gewählten Methoden zur Erfassung von Geschäftsvorfällen sollten stets beibehalten und nur in begründeten Ausnahmefällen verändert werden.
  • Aufbewahrungspflichten Nicht nur die Belege als auch Auswertungen sind über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren aufzubewahren, sondern auch die verwendeten IT-Systeme müssen über diesen Zeitraum jederzeit in angemessener Zeit zum elektronischen Zugriff bereit gestellt werden können.

Häufig gestellte Fragen zu Klimaschutzprojekten

Wie klimaschädlich ist Kernenergie?
Atomkraftwerke setzen zwar keine direkten Treibhausgasemissionen frei, sind aber aufgrund begrenzter Uranvorkommen, der ungeklärten Frage der Endlagerung der atomaren Brennstäbe und der trotz aller Sicherheitsmaßnahmen verbleibenden Restrisiken nicht unproblematisch

Sind KWK-Anlagen (Anlagen der Kraftwärmekopplung) Klimaschutzprojekte?
Positiv ist bei KWK-Anlagen, dass die bei der Erzeugung von Strom freigesetzte Wärme genutzt wird, man daher eine bessere Ausnutzung der Energieträger erreicht. Allerdings arbeiten KWK-Anlagen regelmäßig auf Basis der Verbrennung fossiler Brennstoffe, so dass sie Treibhausgase in erheblichen Umfang ausstoßen.

Was ist ein Biogas-Projekt?
Biogas entsteht aus nassen Abfällen der Landwirtschaft (Gülle, Mist). Wie bei Deponieprojekten wird der unkontrollierte Ausstoß von Methan durch Verbrennung unterbunden, um das Gas energetisch zu nutzen.

Was sind Deponieprojekte?
Deponiegas entsteht auf Mülldeponien durch die Zersetzung der organischen Inhaltsstoffe des Mülls durch Bakterien. Es enthält Kohlendioxid und Methan, dem Hauptbestandteil von Erdgas, das aufgrund des CO2-Äquivalenzfaktors von 21 bei unkontrolliertem Ausstoß sehr klimaschädlich ist. Durch die Verbrennung des Methans, die häufig mit einer energetischen Nutzung verbunden ist, kann der Emissionsfaktor deutlich gesenkt werden.

Ist Erdgas weniger klimaschädlich?
Der Emissionsfaktor von Erdgas ist geringer als der Emissionsfaktor von anderen fossilen Brennstoffen, aber das Grundproblem der Freisetzung von Kohlendioxid bleibt auch bei Erdgas bestehen, so dass der Einsatz von Erdgas nicht als Klimaschutzmaßnahme anerkannt ist. Ferner ist zu bedenken, dass ein steigender Erdgasverbrauch in Deutschland zu höheren Erdgasimporten aus Russland führt und dies zu politisch nicht gewollten Abhängigkeiten führen kann.

Sind die neuen Kohlekraftwerke nicht klimaneutral?
Die in der Presse als „klimaneutral“ bezeichneten künftigen Kohlekraftwerke werden wie herkömmliche Kohlekraftwerke bei der Verbrennung von Kohle Kohlendioxid freisetzen. Allerdings soll das Kohlendioxid nicht mehr in die Atmosphäre freigesetzt werden, sondern durch so genannte Carbon Capture and Sequestration-Verfahren (CCS-Technologie) aufgefangen und gespeichert werden. Die Speicherung soll durch die Umwandlung in Kalk oder Untertage (in ausgeschöpften Gas- oder Ölfeldern, Salzstöcken oder Bergwerken) erfolgen. Die CCS-Technologie führt also nicht zur Emissionsvermeidung. In Anbetracht der Tatsache, dass die Möglichkeiten zum Ausbau der erneuerbarer Energien zumindest kurzfristig begrenzt sind, ist allerdings ein völliger Verzicht auf Kohlekraft derzeit nicht möglich, so dass CCS-Technologien der Vorzug gegenüber dem ungehinderten Ausstoß des CO2 zu geben ist.

Wie wichtig sind Zertifizierungen?
Grundsätzlich sind Zertifizierungen, Prüfungen, Audits etc. unerlässlich, da nur so sichergestellt werden kann, dass die Emissionsminderungen tatsächlich realisiert werden und Missbrauch etc. verhindert werden kann. Allerdings ist in letzter Zeit gelegentlich eine Inflation der Zertifizierungen zu beobachten. Problematisch wird es, wenn diese extrem hohe Verwaltungskosten verursachen, ein Großteil der Kosten für Klimaschutzzertifikate also für Zertifizierungen, nicht für die Klimaschutzprojekt an sich, aufgewendet werden.
Daher ist auf die Angemessenheit der Zertifizierung zu achten. Auch viele kleine, unbekannte Zertifizierer arbeiten durchaus seriös. Die Anreise von Mitarbeitern westlicher bekannter Zertifizierungsstellen verursacht hingegen neben hohen Kosten auch zusätzliche Treibhausgasemissionen durch Reisetätigkeit (z.B. Flüge). ClimatePartner verwendet nur Emissionsminderungszertifikate von seriösen Anbietern mit Lücken los nachvollziehbarer Prozesskette. So können Sie sich auch bei Projekten ohne bekannte Labels auf die hohe Qualität der Klimaschutzprojekte verlassen und davon ausgehen, dass geringere Preise für Emissionsrechte ausschließlich durch geringere Verwaltungs- und Zertifizierungskosten realisiert wird.

Warum bietet ClimatePartner nur Projekte aus Entwicklungsländern an?
Durch das Kyoto-Protokoll und den EU-Emissionshandel sind die Treibhausgasemissionen sowie Maßnahmen zur Emissionsreduktion in Europa und vielen Industriestaaten in nationalen Allokationsplänen erfasst.
Emissionsminderungszertifikate im Bereich des freiwilligen Handels können im Rahmen der Kompensation von Emissionen nur verwendet werden, wenn die Zusätzlichkeit einwandfrei bewiesen ist. Dies ist in der Praxis bei Projekten in Industrieländern sehr schwierig. Aufgrund der insgesamt noch geringen Anzahl von Klimaschutzprojekten sind daher Zertifikate aus nationalen oder europäischen Projekten de facto zurzeit
nicht verfügbar.

Sind teuere Klimaschutzprojekte besser als preiswerte?
Nicht unbedingt. Unter günstigen Rahmenbedingungen können bei gutem Kostenmanagement und Verzicht auf überhöhe Verwaltungs- und Zertifizierungskosten Emissionsminderungszertifikate zu verhältnismäßig niedrigen Preisen angeboten werden. Wichtig ist, dass es sich um Projekte der erneuerbaren Energien handelt, die keine schädlichen Auswirkungen auf das ökologische Umfeld haben (wie beispielsweise Pumpspeicherkraftanlagen an Stauseen), der Geldfluss nachvollziehbar ist (Stichwort Korruption), die Zusätzlichkeit der Projekte gewährleistet ist und die Mehrfachausgabe von Emissionsminderungsgutschriften wirksam unterbunden ist. ClimatePartner bemüht sich, stets in ausreichender Menge kostengünstige Zertifikate aus hochwertigen Projekten anbieten zu können.

Wie viel Geld kommt tatsächlich im Entwicklungsland an?
Auf diese Frage können wir keine konkrete Antwort geben. Dies liegt nicht an der fehlenden Seriosität der Beteiligten, sondern in der Natur der Sache. Mit dem Kauf eines Emissionszertifikats wird die Emissionsminderung um eine Tonne CO2-Äquivalent gewährleistet. ClimatePartner legt grundsätzlich immer offen, in welches Projekt investiert wurde und kann stets lückenlos die realisierte Emissionsmenge nachweisen.
Da Zertifikate nur für bereits realisierte Emissionsminderungen ausgestellt werden dürfen, fließt der Verkaufserlös aus den Emissionsminderungszertifikaten erst nach Inbetriebnahme der Anlage zu. Die Anlage ist folglich zu diesem Zeitpunkt bereits voll errichtet und musste somit bereits zuvor finanziert werden. Die hierfür erforderlichen Darlehen werden teilweise aus den Erlösen der Zertifikate zurückgeführt. Ferner sind die Kosten der Zertifizierung zu finanzieren. Wichtig ist daher, dass die Zertifizierungskosten ein vernünftiges Maß nicht übersteigen und dass es sich um Klimaschutzprojekte handelt, deren Finanzierung ohne künftige Erlöse aus dem Verkauf von Emissionsminderungszertifikaten niemals möglich gewesen wären.
Dies trifft insbesondere auf kleinere Projekte zu.

Sind CERs besser als VERs?
Das kann man so nicht sagen. Certified Emission Reductions (CER) sind grundsätzlich teurer als Verified Emission Reducitons (VER). Hauptursache sind erstens die hohen Kosten der Anerkennung der CDMProjekte, die CER ausgeben dürfen, und zweitens der hohe Nachfrage nach CER. Hintergrund ist die Tatsache, dass CER im Gegensatz zu VER auch zur Erfüllung der Abgabepflichten aus dem Emissionshandel gemäß Kyoto-Protokoll bzw. EU-Emissionshandel eingesetzt werden dürfen. Daher kaufen Unternehmen und sogar einige Staaten CER in großen Mengen, wodurch der Preis steigt. Die zusätzlichen Audits, die zur Anerkennung als CER notwendig sind, geben natürlich zusätzliche Sicherheit bezüglich der Seriosität des Projekts, diese kann ClimatePartner aufgrund mehrjähriger Erfahrung aber auch zu geringeren Kosten gewährleisten.