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Nachhaltiges Kommunikationsdesign

Nachhaltiges Kommunikationsdesign

Die Motivation, eine Empfehlung mit Fokus auf nachhaltiges Design zu entwickeln, rührt aus dem Selbstverständnis der Designer, kultureller und gesellschaftlicher Impulsgeber zu sein.

Herkunft: Media Mundo
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Die Motivation, eine Empfehlung mit Fokus auf nachhaltiges Design zu entwickeln, rührt aus dem Selbstverständnis der Designer, kultureller und gesellschaftlicher Impulsgeber zu sein. Politik und Wirtschaft erkennen dieses Potenzial. Damit fällt Design eine große und verantwortungsvolle Aufgabe zu, auch und gerade im Bereich zukunftsfähiger und damit nachhaltiger Medienproduktion.
Diese Empfehlung kann nur ein Versuch sein, die Wertschöpfungskette eines Designs zu beleuchten und zu zeigen, wo es noch Stellschrauben auf dem Weg zu einem wirklich guten und damit nachhaltigen Design gibt. Und hier schon das Fazit vorweg: Gutes Design entspringt nicht allein dem Geist eines einzigen Gestalters, sondern ist das Ergebnis eines Prozesses, an dem viele Instanzen beteiligt sind.
Gutes Design ist also nicht nur der gestalterische Akt an sich, sondern vielmehr die Bereitschaft aller am Prozess Beteiligten, vom Auftraggeber, dem Konzeptioner, dem Designer bis zum Medienproduktioner, sich offen, ehrlich, fair und selbstbewusst auszutauschen.
Diese Empfehlung ist ein Plädoyer dafür, alle benötigten Kompetenzen wieder an einen Tisch zu bekommen und frühzeitig am Prozess – idealerweise an der Konzeptionsphase – wirklich zu beteiligen. Genau hier liegt die größtmögliche und proaktive Einflussnahme auf die nachhaltigen Weichenstellungen.
Gleichzeitig ist es ein Aufruf, sich auf die eigenen Kompetenzen zu fokussieren und Bereiche loszulassen, die andere viel besser erledigen können.

Was macht gutes Design aus?

Es reduziert
  • auf das Wesentliche
  • auf die Zielgruppe
  • auf den Zweck
  • auf den Nutzen
  • auf die Botschaft
  • die Auflage
  • den Materialeinsatz
  • die Logistik
  • den Ressourcenverbrauch
  • die Streuverluste

Es funktioniert
  • emotional
  • kommunikativ
  • dauerhaft
  • technisch
  • ergonomisch

Es kommt an
  • bei der Zielgruppe

Was braucht gutes Design?

glaubwürdiger Inhalt
  • Qualität
  • Zutaten
  • Nutzen

konstruktiver Austausch
  • Auftraggeber
  • Konzeptioner
  • Designer (stellvertretend für alle kreativen Bereiche)
  • Medienproduktioner
  • Produzenten (z.B. Druckdienstleister, Messebauer, Werkstätten, Programmierer usw.)

faire Bedingungen
  • Ausschreibung (Pitch, Wettbewerbe)
  • Honorierung

ehrliche Designer
  • realistische Selbsteinschätzung
  • selbstbewusste Beratung

Wie kommt man an gutes Design?

Viele Wege führen nach Rom. Den Königsweg wird es dabei nicht geben. Ein möglicher Leitpfad könnte folgender Ablauf sein:

Scouting1
  • Bevorzugen Sie gut ausgebildete Designer mit Beratungskompetenz.
  • Sofern Sie genau wissen, was Sie wollen, suchen Sie den Spezialisten.
  • Sofern Sie es noch nicht genau wissen, vertrauen Sie auf erfahrene Designer, die über den eigenen fachlichen Tellerrand blicken und beraten können. In der Regel sind dies Designer mit kompetentem Netzwerk in Kreation und Produktion.
  • Gehen Sie mit möglichen Kandidaten ins persönliche Gespräch.

Pitching
  • Vermeiden Sie, wenn möglich, Pitches. Wenn dies nicht möglich ist, halten Sie die Runde der möglichen Pitchteilnehmer klein, z.B. drei Kandidaten.
  • Ist die Grundlage Ihres Pitches die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts, honorieren Sie den Sieger nach dem VTV (AGD Vergütungstarifvertrag Design), den zweiten und dritten Sieger honorieren Sie nach VTV ohne Nutzungsvergütung.
  • Ansonsten ersinnen Sie eine zeitlich überschaubare Test- oder Teilaufgabe.
  • Meiden Sie Designplattformen mit Crowdsourcing-Charakter

Briefing
  • Erstellen Sie ein detailliertes und transparentes Briefing z.B. Ist | Soll | Zielgruppe | Budget.
  • Sein Sie offen für Fragen des Designers.
  • Lassen Sie sich in der Wahl des richtigen Kanals von Ihrem Designer beraten, auch wenn Sie ursprünglich einen anderen Weg gehen wollten.

Strategie
  • Eine Designstrategie legt über die kurzfristige Einzelmaßnahme hinaus die kommunikative Ausrichtung und Gestaltungslinie ggf. über Jahre fest.

Konzeption
  • Die Konzeption ist das Herzstück Ihrer kommunikativen Aufgabe.
  • Geben Sie Ihrem Designer alle notwendigen Informationen und die notwendige Zeit, um eine gewissenhafte und zielorientierte Konzeption zu erstellen, die beim Kunden tatsächlich ankommt.
  • Fokussieren Sie die Zielgruppe.
  • Je besser die Konzeption, desto geringer sind die Streuverluste Ihrer kommunikativen Maßnahme, desto geringer sind die Belastungen für die Umwelt und desto weniger erleiden Sie ggf. einen Imageverlust.

Kreation
  • Einem Design sieht man nicht an, ob der Auftraggeber auch tatsächlich nach nachhaltigen Grundsätzen wirtschaftet und produziert.
  • Tun Sie also nicht so, als ob.
  • Der „Inhalt“ sollte halten, was die „Verpackung“ verspricht.
  • Selbstverständlich kann und soll Design Ihre (Werbe-)Botschaft transportieren
  • Wenn es eine nachhaltige Botschaft ist, umso besser.
  • Massenhafte Aussendungen mit hohen Streuverlusten werden nicht dadurch besser, weil sie nachhaltig produziert sind.

Produktion
  • Holen Sie die Medienproduktioner frühzeitig mit ins Boot (Konzeption).
  • Medienproduktioner haben technische Innovationen schneller im Blick und können Ihre Maßnahmen nachhaltig und professionell umsetzen.
  • Sofern Sie keine Kontakte zu Medienproduktionern haben, achten Sie bei der Wahl Ihres Designers auf sein Netzwerk.
  • Vermeiden Sie Massenaussendungen mit geringsten Responseraten und hohem logistischen Aufwand.
- Empfehlungen zum effizienten und nachhaltigen Einsatz von Materialien, Ressourcen und Produktionsprozessen finden Sie in den bisherigen Media Mundo-Empfehlungen unter http://www.mediamundo.biz/beirat/empfehlungen