Papier


Immer mehr deutsche Unternehmen legen Wert auf umweltgerechte Prozesse und Verfahren und investieren in Nachhaltigkeit. Ziel ist es, die Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Belangen zu gewährleisten. In Deutschland kaum vorstellbar, weltweit jedoch werden pro Minute durch illegalen Holzeinschlag oder Brandrodung 28 Hektar Wald zerstört, eine Fläche, so groß wie 38 Fußballfelder. Internationale Initiativen setzen sich daher für den weltweiten Schutz der Wälder und eine nachhaltige Bewirtschaftung ein. Auch die Print- und Medienindustrie hat die Ressource Holz – als Rohstoff für Karton und Papier – als wertvoll und schützenswert erkannt.

Die deutsche Konjunktur entwickelt sich dynamisch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex erreichte im Dezember 2006 einen selbst von Optimisten nicht erwarteten Höchststand, vergleichbar der Euphorie des Vereinigungsjahres 1991. Eine boomende Wirtschaft und ein gutes Konsumklima lassen den pro Kopf-Verbrauch von Papier in Deutschland weiter gen 250 kg pro Jahr anwachsen.

Papier stellt in der Druckindustrie eine der wesentlichen Emissionsquellen dar. Zwar entstehen bei der Papierherstellung nicht direkt, also prozessbedingt, Treibhausgase, allerdings leisten die benötigten Energiemengen für den Transport, der Stromverbrauch für die technisch anspruchsvollen Maschinen sowie der erzeugte Dampf zum Heizen der Trockenzylinder einen erheblichen Beitrag zur CO2-Emmission. Damit avanciert die Papierindustrie zum fünftgrößten Energieverbraucher der Industrie, obwohl auch hier der Energieeinsatz kontinuierlich gesenkt wird. Die deutschen Zellstoff- und Papierfabriken haben im Rahmen des Emissionshandels Emissionsberechtigungen in Höhe von 9,9 Millionen Tonnen CO2 beantragt. Diese Zahlen belegen einerseits die Bemühungen der Papierindustrie, andererseits aber auch den enormen Energiebedarf bei der Papierherstellung.
Da die verbrauchte Energie in den verschiedenen Papierfabriken aus sehr unterschiedlichen Quellen stammt, die von der Eigenerzeugung bis zur Kraft-Wärme-Kopplung reichen, lässt sich kaum eine allgemeingültige Aussage zu einem Durchschnittswert beispielsweise für die durch die Herstellung einer Tonne Papier erzeugten Emissionen treffen. Es bleibt festzuhalten, dass die günstigsten Emissionswerte von unter 200 Gramm CO2 pro kg Papier lediglich von 4 Prozent aller Papiere erreicht werden. Ein Drittel hingegen liegt mit den Emissionswerten jedoch zwischen 1.000 und 2.000 Gramm CO2 pro kg Papier.
Grundsätzlich weisen Papiere mit hohem Recyclinganteil geringere Emissionswerte auf.
Daneben ist die FSC-Zertifizierung von Papieren eine Richtlinie für nachhaltige Papierwirtschaft und den Schutz der Wälder.

f:mp.-Papierempfehlung


1. Recyclingpapier (blauer Engel)
2. Recyclingpapier
3. FSC-Papier
und das genau in dieser Reihenfolge


ClimatePartner Emissionsklassen für grafische Papiere
Im Rahmen des ClimatePartner Druckprozess werden grafische Papiere nach ihren CO2-Emissionen in fünf Emissionsklassen eingeteilt. Dabei basieren die Emissionsberechnungen für Papiere auf den Herstellerangaben, wie etwa die „Paper Profiles“. Diese sind von führenden Papier- und Zellstoffherstellern in einheitlichem Format herausgegebene Umweltdaten und werden für einzelne Papiere individuell erstellt und ständig weiterentwickelt. Um die Vergleichbarkeit der Emissionswerte zu ermöglichen, prüft ClimatePartner, welche Emissionsquellen berücksichtigt sind. Dies sind insbesondere die Emissionen aus dem Rohstofftransport, der Papierfabrik sowie aus der Herstellung des fremdbezogenen Stroms. Für fehlende Emissionsquellen erstellt ClimatePartner sachgerechte Schätzungen nach genau festgelegten Methoden, wobei die Werte für Strom und Transporte mit einbezogen werden.

FSC- und PEFC-Zertifizierungen


Die Papierindustrie erwächst durch die Nutzung der Ressource Holz eine besondere Klimaverantwortung. Die Druckindustrie wiederum ist auf Papier für die Herstellung von Printprodukten angewiesen. Ein Interesse an der Verwendung zertifizierter Papiere liegt daher auf der Hand.
Unternehmen der Holz verarbeitenden Industrie können sich bei zwei Initiativen zertifizieren lassen: Forest Stewardship Council (FSC) und Programme for Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC). Grundlage beider Initiativen ist die Zertifizierung des Forstmanagements. Das garantiert die Qualität der Bewirtschaftung und beinhaltet als Kernpunkte die Mischwald-Wiederaufforstung, das Schonen des Waldbodens und wertvoller Waldbestände sowie der Schutz der in Wäldern lebenden Völker. Es reicht aber nicht, wenn nur das Papier zertifiziert ist, deshalb wird neben diesen Schutzmaßnahmen die gesamte Chain of Custody (CoC) lückenlos zertifiziert. Das reicht von der Herkunft des Rohmaterials bis hin zum Endverbraucher. Somit können beide Umweltsiegel nicht nur Papierfabriken, sondern auch an die Bedruckstoffsortimente und die anwendenden Druckereien vergeben werden.
Darüber hinaus haben neun Papierhersteller bzw. -händler eine eigene Initiative gegründet. Holmen, Klippan, M-real, Myllykoski, Norske Skog, Sappi Fine Paper Europe, Stora Enso, Trebruk und UPM-Kymmene statten nun jedes Papier mit einem Paper Profile aus, welches über die Lieferkette, das Umweltmanagement und alle zum Einsatz gekommenen chemischen Stoffe informiert.

FSC und PEFC im Vergleich
Regelmäßig werden wir gefragt, welche Verantwortung der Medienproduktioner oder gar die grafische Industrie in Bezug auf die nachhaltige Papierauswahl hat. In diesem Zusammenhang arbeitet der f:mp. mit dem WWF zusammen und verweist somit auf die Studien und Dokumentationen, die beim WWF publiziert wurden.
MediaMundo


  • Zertifiziertem Papier gehört die Zukunft (Vergleich FSC/PEFC)
PDF-Download: wwf_papierzertifzierung.pdf [PDF 624 KB]

  • Der WWF-Leitfaden für den Papiereinkauf
PDF-Download: WWF_Papiereinkauf_Leitfaden.pdf [PDF 2.662 KB]

Weitere Informationen finden Sie unter: WWF/Papiereinkauf

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